Das allerdings brachte nicht selten, nachbarschaftlichen Zwist. Die Pächter und Besitzer der Felder wollten nämlich ihr eigenes Vieh zuerst dort weiden lassen. So kam es beim Bürgermeister zu Klagen über die vielen Gänse in der Stadt, die in Gärten und auf Feldgrundstücken große Schäden anrichteten.
Bürgermeister, Gericht und Rat wollten daher das Gänsehalten ganz verbieten. Ein Verbot, das vor allem die armen Frauen getroffen hätte, die sich mit der Gänsehaltung ihr karges Dasein ein wenig erträglicher machen wollten. Eine Hand voll Frauen schrieb an den Herzog persönlich, er möge das Verbot der Gänsehaltung wieder aufheben.
Herzog Johann Friedrich schrieb daraufhin an den Magistrat. Ganz Politiker, drückte er sich in seinem Schreiben aber so schwammig aus, dass niemand so recht wusste, was er eigentlich sagen wollte. Bürgermeister und Rat beharrten auf dem Gänseverbot, die Frauen waren der Ansicht, dass der Herzog ihnen Recht gebe.
Der Bürgermeister beschimpfte das "widerspenstige und halsstarrige Weibervolk", zog die Gänse ein und ließ sogar Rädelsführerinnen vorübergehend einsperren. Es folgte ein lang anhaltender Streit zwischen ihnen und dem Bürgermeister. Genau fünf Jahre lang währte der Zwist, bis sich endlich der Herzog einschaltete, sich dieses Mal klar ausdrückte und die "Backnanger Gänseordnung" erließ, die das Halten des Federviehs in der Stadt wieder erlaubte.
Endlich kehrten wieder Ruhe und Frieden in der Stadt ein.